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Re: Meine Frau sagt: "Wenn ich dir nur den kleinen Finger reiche, willst du immer mehr!"

geschrieben von Bruder Dick  am 17.02.2011 um 11:19:59 - als Antwort auf: Meine Frau sagt: "Wenn ich dir nur den kleinen Finger reiche, willst du immer mehr!" von BigBoy
Hallo Bigboy,

Dein Problem kann ich nachvollziehen, weil es meiner Partnerin und mir ähnlich geht wie Dir / Euch. Du schreibst, Deine Frau sei keine Sub, Du kein echter Dom, etc.. Das gilt alles bei uns auch. Trotzdem habe ich diese Phantasien. Über Jahre haben wir unsere Annäherung gefunden. Bei den seltenen Spielgelegenheiten haben wir oft unseren Spaß, manchmal gibt es aber auch Frusterlebnisse. Diese können, genau wie bei Dir, daraus entstehen, dass ich etwas wiederhole, was schon super funktioniert und zu einem irren Orgasmus bei meiner Partnerin geführt hat, in der konkreten Szene aber auf Ablehnung stößt und sie manchmal so richtig abtörnt. Dann breche ich ab, fühle mich schlecht und versuche das Erlebnis zu besprechen. Manchmal klappt das, manchmal nicht.

Eines habe ich in den Jahren des Probierens gelernt. Die einzige Konstante ist, dass meine Partnerin mittlerweile selbst immer wieder das Bedürfnis hat, gefesselt zu werden. Sie äußert es selten direkt, sondern eher subtil, z.B. in dem sie sich beim Kuschelsex selbst so in meine Arme manövriert, dass sie ganz fest umschlungen ist und sich kaum bewegen kann. Gibt es bei Deiner Frau auch solche Zeichen? Für die Ausgestaltung des Spiels gibt es bei uns keinen klaren Rahmen und keine festen Grenzen. Es hängt so wahnsinnig viel von der Stimmung ab, vom Stress im Alltag und Beruf, Sorgen um die Kinder, Müdigkeit oder nicht, körperliches Wohlbefinden, mentale Lockerheit und noch von vielem mehr ab, was ich schlecht beschreiben kann. Mittlerweile weiß ich auch, dass meine Partnerin weniger Lust empfindet, wenn sie mit ihrem Körper unzufrieden ist - sie hält sich dann für nicht begehrenswert, auch wenn ich sie noch so sehr begehre und dies auch sprachlich und körperlich betone. Warum schreibe ich das alles? Ich will Dir damit sagen, dass keine Situation und damit keine Spielszene wie die andere ist, selbst wenn die reine Handlung identisch sein sollte. Ich kann nur vermuten, dass das bei Euch nicht anders ist. Es ist für mich jedes Mal wieder eine Herausforderung, ein Spiel für uns beide zu einem richtig erfüllenden Erlebnis zu machen.

Die Eingangsfrage Deines Postings kam mir im Übrigen bekannt vor. Meine Partnerin hat mich auch schon gefragt, wohin ich eigentlich mit den Spielen möchte. Sie hätte den Eindruck, dass ich immer mehr wolle. Wenn ich ehrlich bin, hat sie Recht. Insofern bin ich auch unglaublich dankbar für das, was wir in den vergangenen Jahren vom Nullpunkt an bis heute erreicht haben. Es gab immer wieder Grenzerweiterungen, die ihr dann doch eine extra Kick gegeben hatten, obwohl sie sie bei nüchterner (das hat nichts mit Alkohol zu tun) Betrachtung im Alltag ablehnen würde oder abgelehnt hat. Da spielunabhängige, rein verstandesmäßige Diskussionen auf dem Sofa wegen der besagten Nüchternheit bislang also wenig Klarheit gebracht haben, hatte ich mich zuletzt - wie auch von Lauscher vorgeschlagen - für den schriftlichen Weg entschieden. Ich nutze für meine Botschaften und „Forschungen“ gerne die leider meist gar nicht so besinnliche Adventszeit und bereite einen sehr individuellen Adventskalender vor. Im letzten Dezember hatte ich mich entschieden, für jeden zweiten Tag eine kleine Szene zu schreiben. Die zwölf Szenen waren völlig unterschiedlich - verschiedene Orte, Kleidung, Handlung, Gegenstände, etc.. Ich hatte das ganze so abgestimmt, dass meine Wünsche über die Summe der Szenen abgedeckt wurden. Dazu gab es einen Einleitungsliebesbrief, in dem ich das Vorgehen ankündigte und meine Partnerin darum bat, die Szenen auszuwerten im Sinne von (1) Ausprobieren, (2) will ich eigentlich nicht, aber vielleicht auch doch, und (3) will ich auf keinen Fall. Als Ergebnis bekam ich zweierlei: Zum einen eine Matrix mit der Auswertung, die für mich einige positive Überraschungen in den beiden ersten Kategorien brachte. Zum anderen kam irgendwann im Januar - bis dahin hatten wir nicht mehr gespielt - die überraschende Nachfrage, warum ich nichts unternehmen würde. Meine Partnerin hatte erwartet, dass ich nach Studium der Matrix recht bald über sie herfallen würde. Das hatte ich nicht getan, wohl aus einer gewissen Unsicherheit heraus, wie ich mit den neuen Erkenntnissen nun umgehen sollte.

Im Ergebnis haben wir jetzt zwar mehr Klarheit über das, was definitiv nicht geht, was ihr gefallen würde und wo es ein Potenzial für Grenzverschiebungen gibt. Das Problem mit den Rahmenbedingungen aber bleibt. Diese Erfahrung musste ich erst vor ein paar Tagen machen, als ich eine der Szenen der Kategorie (1) ausprobierte. Stimmen die Rahmenbedingungen nicht, kann auch eine Wunschszene stimmungsmäßig kippen; ich konnte es im konkreten Fall gerade noch auffangen. Ich fürchte, dass das ein Problem ist, für das es keine pauschale Lösung gibt. Als Fesselnder wirst Du Dich jedes Mal neu orientieren und die Lage sondieren müssen. Auch Frusterlebnisse müssen wir verdauen lernen. 1:1-Umsetzungen funktionieren eben nicht immer. Das dürfte vor allem in unserer Konstellation gelten, in der es keine echte Sub- / Dom-Beziehung gibt, sondern nur gelegentliche Spiele zur Erweiterung des „Kribbelfaktors“.

Aus meiner Erfahrung kann ich Dir nur raten, einen Weg der Kommunikation und Abstimmung zu finden. Wenn es nicht im Gespräch geht, musst Du eine Alternative finden. Wenn Du frustriert bist, sprich mit Deiner Frau über Deine Gefühle. Gib ihr dabei aber möglichst nicht das Gefühl, die Szene vermasselt zu haben (das Problem hatte ich selbst schon und musste an mir arbeiten).

Ich wünsche Dir und Euch, dass Ihr gemeinsam einen Weg findet!

Beste Grüße

Bruder Dick

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Ich, Seilchen, distanziere mich hiermit vom Inhalt dieses Beitrags und mache mir diesen in keiner Weise zu eigen. 17.02.2011 18:22
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